Shadowblog

Diskriminierung

Die neue Gesellschaft des Thilo Sarrazin und Wolfgang Clement

Isoliert betrachtet könnte man die Ausfälle die Sarrazin und auch Clement immer mal wieder gegen diejenigen starten, die nicht zur der von ihnen definierten Elite gehören, als bedauerliche Einzelfälle abtun oder ihnen sogar in einigen Punkten recht geben, wenn man die Dinge sehr oberflächlich betrachtet. Aber sie sind nicht isoliert. Sie sind Teil einer Kampagne die schon geraume Weile läuft und die unsere Gesellschaft tiefgreifend verändern soll.

Diese Kampagne ist übrigens keine Verschwörungsgeschichte sondern die Folge einer ganz einfachen Erkenntnis, die immer mehr Leute an den unterschiedlichsten Positionen gewonnen haben. Es gibt nicht mehr genug Arbeit für alle. Natürlich stutzt da jeder. Überall fehlen Lehrer, Polizisten, Feuerwehrleute, Krankenschwestern und für viele ist die aktuelle Arbeitsbelastung krank machend. Da sollte es doch ein Leichtes sein, Arbeit für alle zu finden.


Tatsächlich geht es aber nicht um solche Arbeit. Es geht lediglich um die Arbeit, die verkaufbare Produkte oder Dienstleistungen schafft. Verkaufbar bedeutet dabei auf den internationalen Märkten konkurrenzfähig verkaufbar. Der globale Wettbewerb ist der Maßstab aller Dinge. Auch das ist logisch und im Prinzip auch von vielen so gewollt, die natürlich auch von den billigen Löhnen an anderen Orten profitieren. Es profitiert nämlich nicht nur das Großkapital, sondern, wenn auch in kleinsten Dimensionen der Endverbraucher.

"Geiz ist Geil" ist der Ausdruck einer solchen Sichtweise. Geiz ist allerdings eher dumm. Nokia ging in Bochum trotz Förderung und in Rumänien wurden trotz Förderung und niedrigster Löhne nur noch Bruchteile der geplanten Produktion realisiert und von denen soll einiges auch bald wieder weiterwandern. Die Arbeiter in Rumänien haben sich nicht so leicht ausbeuten lassen wie Nokia sich das dachte.

Der deutsche Arbeiter, der sich die billigen Fleecepullover kauft, die aus "Pfandflaschen" unter erbärmlichsten Bedingungen in Asien produziert werden, darf sich nicht wundern, wenn sein Arbeitsplatz, seine Bezahlung und seine Arbeitsbedingungen den asiatischen angepasst werden. Weltweit betrachtet gibt es viel mehr Anbieter von Arbeitskraft, als an Arbeit benötigt wird.

Aus dieser Erkenntnis heraus, hat man nach dem Ende des real existierenden Sozialismus angefangen, eine Ausgliederung der Überflüssigen zu betreiben. In Deutschland geschah dies dadurch, dass Arbeitslosigkeit, die in Wirklichkeit systembedingt ist, als persönliche Schuld umgedeutet wurde. Medien wie die Springerpresse benutzten Ausnahmefälle, bauschten diese noch zusätzlich auf und schlossen von da aus auf alle Fälle.

Es wurde ein Bild des Schmarotzers gezeichnet, dass allzu genau dem Judenbild des Stürmers glich und wohl auch aus den gleichen Intentionen stammte. Denn nur wenn man einer Gruppe von Personen absolute Abscheulichkeit unterstellen kann, kann man sie vom restlichen Volk trennen und schutzlos machen. Diese Schutzlosigkeit wird dann auch gleich zur Rechtlosigkeit.

Typisch war damals wie heute, das sogenannte Wissenschaftler und angebliche Freunde der Auszugrenzenden fragwürdige Beweise lieferten. Es ist deshalb logisch, dass gerade SPD-Politiker sich hervorragend eignen die falsche Botschaft von heute zu verbreiten. Dabei ist es egal ob sie gekauft wurden, oder einfach nur aus purem Hass agieren. Meist ist es eh eine Mischung aus vielen Motiven.

Dass Hans-Olaf Henkel Sarrazin wohlwollend auf die Schulter klopft ist typisch. Henkel hat als einzige Großtat in seinem Leben die deutsche IBM fast ruiniert und arbeitet sein ganzes Leben dafür, die Arbeitnehmer immer schlechter zu stellen. Ein paar Pausenclowns reden sogar von Zivilcourage die Sarrazin besitzen würde.

Dabei hat Sarrazin gar keine Courage und vor allem keinen Anstand. Er hätte anstatt einen Golfclub auf kriminelle Art und Weise mit Staatsgeldern zu sponsern, die BVG in trübe Sale and Lease Back Geschäfte zu treiben oder seltsame Geschäfte um das Tempodrom zu tätigen, einfach die Schulen besser machen sollen. Jene Schulen die er ausgehungert hat. Jene Schulen in denen seine Frau einfach ein Kind mitten im Jahr in eine andere Klasser versetzt und dies genauso menschenfeindlich macht, wie er selber ist.

Sarrazin ist einfach nur gemein. Trotzdem wurde er in den Vorstand der Bundesbank gesetzt. Das ist die Belohnung für seine Gemeinheit. Wolfgang Clement bekam die Belohnung von der RWE und von der Leiharbeiterbude der er die Wege zur Ausbeutung gesetzlich geebnet hat. Aber sie sind nur Spielfiguren am Rande.

Tatsächlich geht es darum, dass immer mehr Menschen im Produktionsprozess nicht mehr gebraucht werden, während die Gewinne weiter sprudeln. Bis zur Wiedervereinigung, oder besser dem Beitritt der DDR zur BRD, gab es einen gesellschaftlichen Konsens, dass alle mitgenommen werden und ein zumindest erträgliches Leben führen sollen. Diese Prämisse wurde vom Kapital einseitig aufgekündigt. Nun geht es darum, dass die, die nicht mehr gebraucht werden, möglichst gar nichts bekommen sollen.

Obwohl sie in den meisten Fällen nichts für ihre Situation können, sollen sie bestraft werden. Sanktionen, Kürzungen und ständige Quälereien und Zurücksetzungen sollen dazu führen, dass sich niemand mehr zu wehren wagt. Gleichzeitig wird die Bildung heruntergefahren. Wie in den USA soll nur die primitivste Grundausstattung an Bildung kostenfrei geliefert werden. Alles weitere soll es nur gegen viel Geld geben.

Berufsausbildung und Weiterbildung im Betrieb sollen unterhalb der Techniker- und Ingenieursebene praktisch nicht mehr stattfinden. Nicht der Facharbeiter sondern der Ungelernte ist das Ziel. Damit findet aber gleichzeitig eine Deindustrialiserung statt und die Produktqualität leidet. Man kann das Facharbeiterwissen nämlich nicht ersetzen und schlechte Schulausbildung schafft dumme Arbeiter die auch nur dumme Arbeiten dumm erledigen können.

All dies soll Kosten sparen. Niedrige Löhne für die, die noch Arbeit haben, weil sie ansonsten auch diese Arbeit verlieren. Praktisch keine Firmenbindung sondern nur noch Leiharbeiter auf Abruf. Daraus kommt keine Motivation und vor allem keine Innovation. Aber die Berater, die nie etwas verantworten, wissen ja gar nichts von Innovation und innerbetrieblicher Entwicklung. Die kennen nur Organigramme die in den meisten Fällen zwar formal stimmen, aber kaum mit der Betriebswirklichkeit zu tun haben.

Selbst wenn die Manager in den Großunternehmen wollten, hätten sie keine Chance ihre Unternehmen zu verstehen und die Unternehmenskultur zu verinnerlichen. Sie kommen aus einer anderen Welt, werden an der Spitze des Unternehmens aufgepfropft und nicht selten sitzt dann da so ein Orangenbäumchen auf einer mächtigen Eiche. Die sprechen nicht einmal die gleiche Sprache.

Deshalb gibt es auch überall diese Global Denker bei den Global Playern. Die entwickeln keine Produkte um sie auf den Märkten anzubieten sondern suchen für Uraltkram, der lediglich aufgehübscht wurde ständig neue Märkte. Das geht aber nur, wenn man die Preise ständig senkt und die Preise senkt man durch niedrige Löhne und möglichst wenig Kosten bei den Ausgegrenzten.

Weil diese Leute keine Kaufleute sondern Manager sind, pflegen sie ihre Märkte auch nicht, sondern erschließen ständig neue. Die guten alten Kaufleute wussten nämlich noch, dass sie ihr eigenes Umfeld stärken mussten um ihr Kernabsatzgebiet zu halten. Ihren Heimatmarkt. Den Managern ist der Heimatmarkt egal. Sie sind nur wütend wenn ihre eigenen Mitarbeiter nicht ihre Produkte kaufen. Bei VW dürfen die Mitarbeiter in fremden Autos dann einfach mal nicht mehr auf den Firmenparkplatz. Nach den Hintergründen fragt niemand.

Tatsächlich ist ja auch die Pflege und finanzielle vernünftige Ausstattung der Arbeitslosen kein Kostenfaktor sondern ein Umsatzbringer. Je mehr teilhaben können, desto besser läuft die Binnenkonjunktur. Wer aber immer nur exportieren oder gar Exportweltmeister sein will und deshalb seine innere Gesellschaftsstruktur zerstört, der zerstört sich seinen Heimatmarkt.

Gerade die Weltwirtschaftskrise, deren Talsohle noch lange nicht erreicht ist, hätte ein Umdenken bewirken müssen. Dieses Umdenken ist ausgeblieben. Wahrscheinlich ist es nur vertragt. Bis dahin wird Sarrazin und andere mit ihm, immer wieder und immer breitere Bevölkerungsschichten ausgrenzen und als Untermenschen darstellen, die selbst an ihrer Situation schuld sind.

Zur Zeit sind es 20 Prozent von denen er offen sagt, dass sie nicht gebraucht werden. Tatsächlich laufen wir in Deutschland darauf hin, dass nur 20 Prozent gebraucht werden und 80 Prozent zu den Parias zählen. Für Sarrazin ist eine solche Welt vorstellbar. Gut bewacht von Polizei und Bundeswehr könnte er sein Unwesen treiben und über die bösen Unterschichtler schimpfen.

Tatsächlich ist eine solche Gesellschaft aber eben nicht lebensfähig. Die 80 Prozent Betrogenen werden sehr bald auf die Idee kommen, sich ihren Teil zu holen und damit den 20 Prozent alles zu nehmen und ihnen vermutlich nicht einmal das Leben lassen. Leute wie Sarrazin und andere kennen die Geschichte der französischen Revolution. Nur weigern sie sich aus dieser Geschichte zu lernen.

Die Herbstgutachten versprechen uns ein Wachstum von 1,2 Prozent im nächsten Jahr. Selbst bei aller statistischen Trickserei wird die Wirtschaft in den Jahren 2010 - 2013 weiter schrumpfen. Schon im März 2010 wird die offizielle Arbeitslosigkeit über die 5 Millionengrenze steigen. Real liegt sie ja schon heute über 10 Millionen. Niemand weiß, ab welchem Punkt die Leute auf die Straße gehen. Aber Leute wie Sarrazin werden sie schon antreiben.
http://www.duckhome.de/tb/archives/7359-Die-neue-Gesellschaft-des-Thilo-Sarrazin-und-Wolfgang-Clement.html#extended
Kommentar von Shadow : Die Diskriminierung geht mir auch dermassen auf den Sack in unserer Gessellschaft ....Leider peilens in der Regel nur die wenigsten (arbeitslos=dreck=Menschen 2ter Klasse=Sozaialschmarotzer = sowas wie Rassismus ! = Eugenik oder zumindest deren Denkansatz ? = Logik schwachsinn !!! )
Ergebnis neu Nazis gewissermassen dies selber nicht mal peilen bis sie es denn selber trifft und sie für einen Hungerlohn Leibeigene werden die zwar mucken aber zu bräsig sind zu peilen Nein zu sagen geschwiege denn etwas ernsthaft dagegen zu unternehmen (bis auf wenige ausnahmen die meinen vollsten respeckt haben !) .... Was damals der Jude ist heute der Moslem oder hallt der arbeitslose (faules Pack aber auch und "die anderen" sind nicht Integrationwillig .... am besten vergasen ! Oder doch nur einsperren in Ghettos mit gut sichtbarem Judenstern ähhh ich mein in Wohnungen vor der Glotze mit nem Bier oder so ?   Die anderen natürlich standartgemäss abschieben denn dann ham war ja wieder u.a. Arbeitsplätze ,weniger Gewalt usw ..... )
Tittytainment hallt . Aber mal vom allerfeinsten !
http://de.wikipedia.org/wiki/Tittytainment
???Menschlichkeit ??? Nächstenliebe ??? Sozial sein ??? 
IHHHHHHHHhhhhhhhhhhhhhhhhhh blos nicht man könnte ja rausfinden das man selber in wahrheit nur derselbe "Dreck" ist der  sich Mensch schimpft und sozial ist ! Wobei eigentlich noch schlimmer (SKLAVE der fürn Hungerlohn arbeitet und nur als Stück Dreck angesehen wird und genau so kuscht wie  andere es wollen ...)
 BRAVO Gratuliere sie sind perfekt verarscht worden und werden es auch weiter ihr Leben lang  !!! Aber ist alles nur ansichtssache oder ?  War jetzt zwar ein wenig komisch erklärt (kanns leider grade nicht besser) aber stimmt schon oder ?  
Und damit wir uns nicht falsch verstehen ! Ich hab was gegen diese Form des Denkens in unserer Gessellschaft und nichts gegen Leute die ehrlich hart für einen guten Lohn ihr täglich Brot verdienen und deshalb etwas mehr in ihrer Tasche haben . Ausser bei Leuten vieleicht die zuviele Bonis kassieren die hoch versteuert sicherlich einiges dazu beitragen würden Schulden abzubauen (warum ist das nochmal so ? Ach ja Gier !!!!! ) oder um Utopische Gedankenspielchen zu realisieren ...
Shadow
Ergänzend möchte ich mal noch diesen Artikel mit auf den Weg geben als kleinen Denkansatz über Sarrazin und die Logik dahinter .
 http://www.spiegelfechter.com/wordpress/1026/teile-und-herrsche

1 Kommentar 18.10.09 17:25, kommentieren

Hartz IV soll durch Workfare ersetzt werden

 

Hartz IV soll durch Workfare ersetzt werden

Die Bundesregierung plant offenbar, Hartz IV durch Workfare zu ersetzen. Workfare heißt soviel wie: Sozialleistungen gegen Arbeit, d.h. nur wer arbeitet soll auch Sozialleistungen erhalten. Workfare ist insbesondere in den USA ein weit verbreitetes Modell, das aber auch dort auf Fördern und Fordern setzt. Im Gegensatz dazu favorisieren die Befürworter in Deutschland, zu denen u.a. der Wissenschaftliche Beirat beim Bundesministerium der Finanzen und das Institut für Wirtschaftsforschung e.V. (ifo) gehören (ifo steht der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) nahe, das auf die Abschaffung der sog. sozialen Marktwirtschaft und die Schaffung eines reinen profitorientierten Kapitalismus hinwirkt), ein totalitäres Workfare-Modell.

Um den Hintergrund zu verstehen, zuerst ein kleiner Exkurs in die Vergangenheit von Hartz IV, bevor ich näher auf die Ziele des deutschen Workfare-Modells eingehe.

Wer in Deutschland kein Anrecht mehr auf Arbeitslosengeld hatte, erhielt bis 2004 Arbeitslosenhilfe in Höhe von 53% (57% mit Kind), welches der Staat aus Steuermitteln finanzierte. Aufgrund der hohen Löhne in den alten Bundesländern erhielten dortige Empfänger von Alhi ca. 1300 Euro/Monat, in den neuen Bundesländern waren es dagegen meist nur ca. 500 Euro bis 700 Euro/Monat.

Die Arbeitslosenzahlen schwanken seit 1993 immer zwischen 3,5 und 4 Millionen, wovon etwa 2/3, ca. 2,2 Millionen, Langzeitarbeitslose sind und den Arbeitslosen max. 600.000 offene Stellen gegenüber stehen, von denen aber nur ca. 2/3 sozialversicherungspflichtige Tätigkeiten sind. D.h. effektiv fehlen seit mindestens 15 Jahren über 3 Millionen Arbeitsplätze. Woher nehmen? Das man diese nicht durch herbeireden oder Gesetze schaffen kann, ist unseren Politikern schon lange klar.

So war das Ziel der unter den Bezeichnungen Hartz I bis IV bekannt gewordenen Gesetzesänderungen auch nicht, 3 Millionen Arbeitsplätze aus dem Hut zu zaubern, sondern die zu einem Problem gewordenen Kosten für Langzeitarbeitslose zu senken. Durch die Zusammenlegung der Arbeitslosen- mit der Sozialhilfe und der Festlegung des Eckregelsatzes auf 345€ wurde genau dieses Ziel verfolgt und bei den Langzeitarbeitslosen ca. 75% (West) und 50% (Ost) an Kosten eingespart.

Während bisher die meisten Langzeitarbeitslosen auch ihre Unterkunftskosten aus ihrer Alhi bezahlt hatten und die mit geringer Alhi ergänzendes Wohngeld erhielten, mussten die Unterkunftskosten nun zusätzlich gezahlt werden. Die Absicht der Bundesregierung, die Unterkunftskosten auf die Länder und Kommunen abzuwälzen, ging jedoch fehl. Durch die von den Ländern erstrittene Beteiligung des Bundes an den, durch Preiserhöhungen stetig steigenden, Unterkunftskosten in Höhe von ca. 30% wurde diese erhoffte Einsparung teilweise wieder "aufgefressen".

Hinzu kam, dass die von der Hartz-Kommission zugrunde gelegten statistischen Daten falsch waren und viel mehr Menschen Anspruch auf ALG II hatten als ursprünglich veranschlagt. Die stetig sinkenden Reallöhne und zunehmende Langzeitarbeitslosigkeit taten ein Übriges, um die Zahl der ALG II Empfänger weiter zu erhöhen. Außerdem wird von den Arbeitgebern ALG II zunehmend als Lohnergänzung missbraucht und so Billiglöhne gerechtfertigt und durchgesetzt.

Derzeit stehen 3,283 Millionen Arbeitlosen, davon 71% = 2,315 Millionen Langzeitarbeitlose ALG II Bezieher, 579.000 offene Stellen gegenüber, davon sind 63% sozialversicherungspflichtige Tätigkeiten (Statistik der BA; Mai 2008). Wie viele davon so viel Lohn erbringen, dass eine Hilfebedürftigkeit, d.h. ergänzendes ALG II, vermieden würde, ist statistisch nicht erfasst. Aufgrund der allgemeinen Lohnentwicklung auf dem Arbeitsmarkt dürfte der Anteil aber unter 50% liegen. Hinzu kommen ca. 97.000 Bedürftige, die ergänzend ALG II erhalten.

Das Ziel der Bundesregierung: ihre Steuerausgaben für Langzeitarbeitlose massiv zu senken, ist damit vollkommen verfehlt worden. Teils wurden die Einsparungen durch Umverteilung (statt Alhi nun Unterkunftskostenbeteiligung), teils durch massive Zunahme der Leistungsberechtigten und teilweise durch den Missbrauch als Lohnergänzung wieder aufgehoben. Hinzu kamen die erheblichen zusätzlichen Kosten für die neue Verwaltung, fehlerhafte Software (A2LL) und durch erhebliche Rechtsunsicherheit und ungeschulte Mitarbeiter verursachte massive Kosten für Klagen.

Workfare soll's nun richten. Mit diesem System, in dem man aber "Fördern" ganz streichen will, sollen nun diese Kosteneinsparungen erzielt werden. Grundvoraussetzung ist hierbei die Abschaffung des Sozialstaatsgebotes aus dem Grundgesetz. Die Grundsicherung für Erwerbsfähige Arbeitslose soll dann nur noch gezahlt werden, wenn Bedürftige dafür unentgeltlich dort arbeiten, wo das Amt sie hinschickt. Als Basis sollen die bisherigen 1€ Jobs dienen, wobei die Mehraufwandsentschädigung, die ihnen diesen Namen gab, Ersatzlos gestrichen und diese Jobs ohne Beschränkungen überall vergeben werden sollen - auch bzw. gerade in der Privatwirtschaft.

D.h. also: sozialversicherungspflichtige Angestellte die entlohnt werden müssen, können ganz legal durch Arbeitsdienstverpflichtete Grundsicherungsempfänger ersetzt werden. Arbeitsdienstverpflichtete Grundsicherungsempfänger werden so zu Arbeitnehmern ohne Arbeitnehmerrechte deren "Lohn", die Grundsicherung, vom Staat bezahlt wird. 100% Subventionen für Arbeitgeber, bestmögliche Profitmaximierung. Das Ziel: eiskalter Kapitalismus nach dem Grundsatz: friss oder stirb.

Über diese Bestrebungen hat bereits die Sendung Kontraste am 29.05.2008 im Beitrag "Arbeitszwang für Hartz IV-Bezieher? – Was bringt die «Bürgerarbeit»?" berichtet, in dem es um die Pläne des Wirtschaftsministers Michael Glos zur 'Bürgerarbeit' ging, dem deutschen Workfare-Modell, das bereits seit 1 1/2 Jahren in Bad Schmiedeberg getestet wird: arbeiten für ALG II; ohne zusätzliche Entschädigung; wer Bürgerarbeit leistet, taucht nicht mehr in der Arbeitslosenstatistik auf - und ersetzt reguläre Vollzeitbeschäftigte. Diesen Beitrag kann man sich auf der Internetseite des RBB als Video ansehen. Ebenfalls hat die Neue Rheinische Zeitung mit ihrem Artikel "Schöne Welt Bürgerarbeit" in ihrem Online-Flyer Nr. 149 vom 04.06.2008 dieses Thema aufgegriffen. Dieser ist auf der Internetseite der Zeitung einsehbar.

 http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/0344e19ac30676501.php

Kommentar von Shadow : Ich lass mich überaschen was da noch so alles  kommt !

1 Kommentar 7.10.09 10:56, kommentieren

Eine Million Kinder sitzen in Gefängnissen

Armut und Ausbeutung, Kinderheirat und Genitalverstümmelung: Der neuste Unicef-Bericht liefert erschreckende Zahlen und Fakten.

Verletzung elementarster Rechte: Kind hinter Gittern.

Verletzung elementarster Rechte: Kind hinter Gittern.

Mindestens eine Million Kinder sitzen weltweit in Gefängnissen - mehr als die Hälfte von ihnen ohne Gerichtsverfahren, wie aus dem am Dienstag veröffentlichten Unicef-Bericht zur Verletzung von Kinderrechten hervorgeht. Düster sieht die Situation für viele Heranwachsende auch im Bereich der Bildung aus: Rund 150 Millionen Kinder unter 15 Jahren gehen kaum oder gar nicht zur Schule, weil sie hart arbeiten müssen.

Besonders betroffen sind Jugendliche in den Gebieten Afrikas südlich der Sahara. Hier muss den Angaben zufolge mehr als ein Drittel der Kinder zwischen fünf und 14 Jahren arbeiten, um überleben zu können. Insgesamt sind Millionen Mädchen und Jungen jährlich Opfer von Gewalt, Ausbeutung und Menschenhandel.

Vor allem ohne Geburtsurkunde haben junge Menschen in Entwicklungsländern laut Unicef kaum Aussichten auf einen Platz in der Schule und sind krimineller Ausbeutung schutzlos ausgebeutet. Allein 2007 kamen dem Bericht zufolge schätzungsweise 51 Millionen Kinder zur Welt, ohne dass ihre Geburt registriert wurde. In Somalia und Liberia werden nur fünf Prozent der Neugeburten offiziell gemeldet.

Armut und Unterernährung

Mehr als 18 Millionen Kinder wachsen laut Unicef in Familien auf, die aufgrund von Kriegen oder Naturkatastrophen aus ihrer Heimat vertrieben wurden. Jugendliche in Konflikt- und Kriegsregionen leiden vor allem unter Armut, Unterernährung, mangelnder ärztlicher Versorgung und fehlenden Bildungsmöglichkeiten.

Auch das Problem der Kinderheirat ist den Angaben zufolge weltweit weiterhin stark verbreitet: Jedes dritte Mädchen in Entwicklungsländern wird demnach als Kind verheiratet. In den Ländern Niger, Tschad und Mali liege der Anteil sogar bei über 70 Prozent. In Bangladesh, Guinea und der Zentralafrikanischen Republik seien es mehr als 60 Prozent. Die betroffenen Mädchen werden dem Bericht zufolge zudem besonders häufig Opfer von häuslicher Gewalt oder sexuellen Übergriffen, zu der auch Vergewaltigungen durch den Ehemann zählen.

Kleine Fortschritte zeigt der Unicef-Report beim Thema Genitalverstümmelung auf: Demnach sinkt in vielen afrikanischen Ländern der Anteil der Mädchen, die an ihren Genitalien beschnitten werden. Dennoch seien noch immer in mindestens 29 Ländern der Erde Mädchen durch die Tradition der Genitalverstümmelung bedroht.

Verbesserung der Schutzsysteme nötig

«Eine Gesellschaft kann sich nicht entwickeln, wenn ihre jüngsten Mitglieder in Kinderheiraten gezwungen, sexuell ausgebeutet und ihrer grundlegenden Rechte beraubt werden», sagte Unicef-Direktorin Ann Veneman bei der Vorlage des Berichts. Das Ausmass der Kinderrechtsverletzungen zu erfassen, sei ein erster Schritt, um eine Umgebung für Kinder zu schaffen, in der sie geschützt aufwachsen und sich entwickeln können.

Um die Kinderrechte zu stärken, müssten nach Einschätzung von Unicef vor allem die Schutzsysteme und Schutzmassnahmen, auch bei Katastrophen, verbessert werden. Nötig seien dafür auch breite Bündnisse zwischen Regierungen, Zivilgesellschaft und Unternehmen sowie bessere Datenerhebungen über den Zustand des Kinderschutzes in der Welt.

http://bazonline.ch/ausland/naher-osten-und-afrika/Eine-Million-Kinder-sitzen-in-Gefaengnissen/story/12792745

Kommentar von Shadow : Traurig das es sowas gibt aber so ist die Welt nun mal leider ..... verschwinden wird es wohl nie aber man kann ja wenigstens versuchen die Welt ein klein wenig besser zu machen oder ?

1 Kommentar 7.10.09 10:33, kommentieren

Mcdonalds Franchisenehmer verbietet private Gespräche mit Arbeiter/innen

 

Der Demokrat hat einen Artikel geschrieben über Mcdonalds dem ich nur nur voll und ganz zustimmen kann . Boycottiert den Laden ! (nich das ichs voher nicht auch schon getan hätte aber du ja warscheinlich noch nicht oder ?)

http://infokrieger-demokrat.blog.de/2009/09/11/mcdonalds-franchise-nehmer-verbietetprivate-gespraeche-mitarbeiter-innen-6942451/

Ergänzend kann ich noch dieses kleine Filmchen hier empfehlen .

http://www.youtube.com/watch?v=IC6rysYvE5A

Shadow

 

1 Kommentar 25.9.09 07:53, kommentieren

Äthiopische Schüler-Affäre zeigt weit verbreiteten Rassismus in Israel

Auf einmal können wir “Rassismus” sagen. Eine Schockwelle hat die selbstzufriedene israelische Gesellschaft getroffen.

Ein paar Dutzend äthiopischer Kinder wurden von der religiösen Schule in Petah Tikva nicht aufgenommen. Das ist wirklich schrecklich, jeder zeigt seine Missbilligung bei dem herzzerreißenden Anblick von Aschalo Sama, einem Jungen ohne Schule.
Jeder darf geschockt sein. Es ist politisch korrekt.

Wie toll sind wir, wie fortschrittlich erscheinen wir vor uns selbst. Schau, wie wir Rassismus bekämpfen, unerschrocken und kompromisslos. Und doch – nach einem Augenblick wird diese Schande vergessen sein. Und wir werden mit vielen anderen Anzeichen von Rassismus unserer Gesellschaft zurückbleiben. Wir bleiben ihr gegenüber verschlafen gleichgültig.
So sind wir nun mal. Von Zeit zu Zeit, wenn die Abwässer überfließen und der Gestank sich überall hin verbreitet und wir unsere Nasen nicht mehr zuhalten können, schreien wir gegen die Ungerechtigkeit, bis der Deckel wieder alles verschließt. Das Wasser unter uns schäumt und stinkt weiter, aber es ist zugedeckt und unterdrückt.
Man weiß es nicht so genau, wie viele selbstgerechte und missbilligende Eltern damit einverstanden gewesen wären, ihre Kinder in einer Klasse mit einer Mehrheit äthiopischer Kinder zusammen anzumelden. Und wie viele für einen arabischen Studenten ein Zimmer vermieten würden. Aber das nennt man natürlich nicht Rassismus. Und wie viele Eltern sind geschockt von den nächtlichen Selektionen vor den Clubs, wo ihre heranwachsenden Kinder eine angenehme Zeit verbringen wollen? Routinemäßig werden junge „Andere“ ausgeschlossen – Äthiopier, Araber, Drusen und zuweilen auch Mizrahim. Ausländer werden ausgeschlossen, weil sie eine dunkle Hautfarbe haben – und kein Protest erhebt sich.

Täglich kontrollieren Sicherheitsleute Passagiere, die über den Internationalen Ben-Gurion-Flughafen ankommen, ob ihr Akzent arabisch klingt – und keiner beklagt sich. Das ist kein Rassismus. So haben wir einen Ethikkodex für uns organisiert – mit doppeltem und dreifachem moralischen Standard. Wir kämpfen gegen ein paar Anzeichen und schließen unsere Augen gegenüber anderen viel schlimmeren Beispielen.

Der Fall mit Petah Tikvas Schülern ist nur die Spitze des Rassismus-Eisberges. Kinder erzeugen besondere Gefühle. Peinliche Enthüllungen über das Schulsystem wird immer einen Skandal hervorrufen. Genau in der Woche, in der das Land wegen der Äthiopier gekränkt war, berichtet Nir Hasson in Haaretz, dass Jerusalem für einen Schüler Ost-Jerusalems 577 Schekel im Jahr investiert und 2372 Schekel pro Jahr für einen Schüler in West-Jerusalem. Also vier mal weniger – nur wegen der anderen Volkszugehörigkeit. Das zählt hier nicht als Rassismus. Auch nicht die Tatsache, dass es in Ost-Jerusalem an 1000 Klassenräumen fehlt nur weil seine Bewohner Palästinenser sind. Keiner schreit gegen diese Enthüllungen, keiner regt sich darüber auf – einschließlich des Präsidenten, der ( angeblich) gegen Rassismus kämpft.

Nun, da wir den Terminus „Rassismus“ verwenden können, ist der Zeitpunkt gekommen, um zuzugeben, dass unsere Gesellschaft absolut rassistisch ist, dass all seine Bestandteile rassistisch sind. Z.B. das Rechtssystem hat nicht weniger den Ruf, rassistisch zu sein, wie die Morasha-Schule in Petah Tikwa. In vielen Fällen gibt es ein Gesetz für Juden und ein anderes für Araber. Die Bank von Israel, eine staatliche Einrichtung mit 900 Angesellten ist immer „araberrein“ gewesen, wenn man von ein oder zwei Angestellten absieht. Etwa 70 000 israelische Bürger – natürlich alle Araber – leben in nicht anerkannten Dörfern ohne Strom und fließendes Wasser, ohne Zufahrtstraße und manchmal auch ohne Schule. Warum?
Weil sie Araber sind. Jede Woche hören wir bei Fußballspielen rassistische Schimpfnamen und Lieder, für die Fußballteams in Europa streng bestraft werden. Hier machen sich die Schiedsrichter nicht einmal die Mühe, dies zu berichten.
Der letzte Vorfall ereignete sich letzte Woche im Doha-Stadium in Sakhnin bei einem Spiel zwischen Bnei Sakhnin und Beitar Jerusalem.

Und wir haben noch gar nichts über die Einstellung gegenüber Fremdarbeitern, die Besatzung (der größte rassistische Fluch) gesagt, noch über die Haltung gegenüber den Mizrahim seit der Gründung des Staates. Die Liste ist lang und schändlich.
Wenn die Kinder von Petah Tikwa alle Schulen gefunden haben, die sie aufgenommen haben, obwohl ihre Haut dunkel ist, wird die Gesellschaft nicht aufhören rassistisch zu sein. Sie wird sehr schnell wieder selbstzufrieden beim business as usual sein . Ja, hier gab es Rassismus – wir kämpften dagegen. Er ist, ohne Spuren zu hinterlassen, verschwunden.

(dt. Ellen Rohlfs)

Gideon Levy, Haaretz, 3.9.09
www.haaretz.com/hasen/spages/1112050.html

Kommentar von Shadow: Danke an Radio Utopie fürs veröffentlichen .

1 Kommentar 6.9.09 04:43, kommentieren

Helft uns, das ist das schlimmste Gefängnis der Welt

Die Menschen im Flüchtlingslager Pagani auf Lesbos rufen in einem Video die Welt um Hilfe. Die Zustände sind katastrophal. Und die griechischen Behörden sind einmal mehr überfordert.

Viele Jugendliche sitzen im geschlossenen Lager auf Lesbos. Mitte August traten sie aus Protest in den Hungerstreik.

Viele Jugendliche sitzen im geschlossenen Lager auf Lesbos. Mitte August traten sie aus Protest in den Hungerstreik.
Bild: Noborder Camp

Das Internierungslager Pagani auf Lesbos. Einst ein Lagerhaus, dann ein Flüchtlingslager. Eigentlich dürfte es Pagani gar nicht mehr geben, die Regierung in Athen hatte im letzten Jahr beschlossen, das Lager aufzulösen. Vielleicht wünscht sie sich nun, sie hätte ihren Beschluss auch umgesetzt – es wäre ihr eine kapitale Blossstellung erspart geblieben und Tausenden Flüchtlingen grosses Elend. «Schockierend» nennt das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen in Genf, UNHCR, die Bilder, die in den letzten Tagen ihren Weg aus dem Lager fanden. «Totales Versagen» in ihrer Flüchtlings- und Asylpolitik warf die Organisation Human Rights Watch der griechischen Regierung vor.

Verstoss gegen griechisches Gesetz

Im Internet kann sich jeder das Video ansehen, das deutsche und griechische Menschenrechtler am 20. August aus dem Lager geschmuggelt haben. Heimlich gedreht von einem Insassen, zeigen sie katastrophale Zustände in einem Lager, das für höchstens 300 Insassen gedacht war, in das zeitweise jedoch bis zu 1000 Menschen gepfercht wurden. In einem Raum 150 Mütter und Babys, in einem anderen 160 Jugendliche in Stockbetten, auf Matratzen, auf dem Boden, 160, die sich eine Toilette teilen. Das Video zeigt einen 13-Jährigen, der bewegungslos in seinem Bett liegt: «Er ist krank, er kann nicht sprechen. Die Polizei kümmert sich nicht um ihn», sagt ein anderer Junge: «Das ist das schlimmste Gefängnis der Welt. Es ist ernst. Bitte helft uns.»

Ein Gefängnis, ein geschlossenes Lager, wie man es sonst aus Drittweltländern kennt. Dabei sitzen hier keine Verbrecher, sondern Flüchtlinge. Aus dem Iran, dem Irak, aus Afghanistan, aber auch aus Nordafrika, viele haben den Weg über die Türkei gefunden, die meisten wurden in Booten in der Ägäis oder an den Küsten einer Insel aufgegriffen. Viele Minderjährige darunter, die sich ohne Eltern auf die Reise gemacht hatten. 2700 unbegleitete Kinder hat die Polizei allein 2008 gefasst, viele mehr sind wahrscheinlich untergetaucht. Rund 50 von ihnen waren zuletzt mehr als zwei Monate in Pagani interniert, dabei verstösst die Internierung von Jugendlichen auch gegen griechisches Gesetz. Diese Jugendlichen waren es, die am 18. August in den Hungerstreik traten, die die Welt zum ersten Mal aufmerksam machten auf das Lager – und damit einmal mehr auf die Politik einer überforderten Regierung. Im Umgang mit dem anschwellenden Flüchtlingsstrom verstösst Athen mittlerweile grob nicht nur gegen Menschlichkeit und Fairness, sondern auch gegen EU-Recht – so sagt das wörtlich das UNHCR. Deutsche Richter verbieten der Polizei inzwischen immer öfter eine Rückbringung von Asylbewerbern nach Griechenland. Dabei sieht das Dublin-II-Abkommen der EU genau dies vor: Jeder Migrant muss eigentlich in dem Land seinen Asylantrag stellen, in dem er die EU betreten hat.

In diesem Sommer berichteten Flüchtlingsorganisationen von einer «dramatischen Zuspitzung» der Lage in Griechenland. Im Juli traten neue Asylregeln in Kraft. Die Regeln verlagern erstens die Asylverfahren in 50 Polizeidirektionen in der Provinz, wo es oft nicht einmal Übersetzer gibt. Dann schaffen sie die Berufungskommissionen, also faktisch die zweite Instanz, ab. Und schliesslich erhöhen sie die mögliche Höchstdauer einer Internierung von drei auf sechs Monate. Der Athener Repräsentant des UNHCR protestierte scharf und kündigte der Regierung die Zusammenarbeit auf, solange «faire und effiziente Asylverfahren» nicht mehr garantiert seien. Die deutsche Menschenrechtsorganisation Pro Asyl nennt die Gesetze eine «Kette von Völkerrechtsbrüchen». Die Regierung des konservativen Premiers Kostas Karamanlis ficht das nicht an. Sie gibt der Türkei die Schuld: Deren Behörden zeigen sich unfähig, den Strom von Schleusern und Migranten zu stoppen; ausserdem weigert sich Ankara bislang, seiner Verpflichtung zur Rücknahme von Flüchtlingen nachzukommen. Athen setzt nun offenbar auf den Abschreckungseffekt: In der «Operation Besen» schickte sie die Polizei wochenlang auf die Jagd nach Illegalen im Zentrum Athens. Mehr als 2500 wurden gefasst und in die Provinz verschickt.

Neuer Hungerstreik angekündigt

In Lesbos zeigen die Bilder von Pagani erste Wirkung. Das liegt auch an Aktivisten der deutschen Flüchtlingshilfegruppen «Kein Mensch ist illegal» und «Karawane», die das Video an die Öffentlichkeit brachten und bis Sonntag fünf Tage lang für 500 Demonstranten ein Camp vor Ort organisierten. «Wir sind selbst verstört von dem, was wir gesehen haben», sagt Bernd Kasparek von «Karawane München» und erzählt von der Hochschwangeren, die die Polizei ins Krankenhaus und nach zwei Tagen mit dem Neugeborenen zurück ins Lager gebracht habe, wo der Vater – eingesperrt in einer anderen Zelle – sein Baby nicht sehen durfte. Dennoch spricht Kasparek von einem «grossen Erfolg»: In einer ersten Reaktion liess der Präfekt von Lesbos eilends ein offen zugängliches Flüchtlingszentrum errichten und Familien dorthin verlegen. 60 der Jugendlichen wurden am Wochenende in eine betreute Einrichtung im Dorf Agiassos gebracht. Und offenbar soll das Skandallager noch weiter geräumt werden: Für Dienstag hat die Präfektur 500 Plätze auf den Fähren zum Festland reserviert.

Erste Schritte. Aber die Beobachter sind sich einig: Die Lage wird sich nicht bessern, solange die EU Griechenland weiter alleinlässt. «Das Land ist total überfordert», sagt Kasparek. Pro Asyl fordert, die Flüchtlinge «unbürokratisch» auf alle europäischen Länder zu verteilen, zuerst müsse man sich der Kinder annehmen. Die verbleibenden Insassen von Pagani haben derweil für Montag einen neuen Hungerstreik angekündigt.

http://bazonline.ch/ausland/europa/Helft-uns-das-ist-das-schlimmste-Gefaengnis-der-Welt/story/20347243

Kommentar von Shaddow : Schweinerei sowas ! No Borders No Nations !  

 http://www.youtube.com/watch?v=lP2yT6EjBXo

http://www.youtube.com/watch?v=a3oAo6cUkFc

1 Kommentar 31.8.09 21:24, kommentieren

hartz 4Empfenger habenRecht auf Fernseher

Hartz-IV-Empfänger haben Recht auf Fernseher!

urteilte das Frankfurter Sozialgericht.


Ich bin doch sicher nicht der Einzige, der hierbei sofort an Obama-Förderer Zbigniew Brzezinskis "Tittytainment" denken musste...

 http://bavaria-for-ron-paul.blogspot.com/2009/08/hartz-iv-empfanger-haben-recht-auf.html

Kommentar von Shadow :Ganz unrecht hat er ja nicht .Das mit dem Tittytainment hat schon was .... Wobei mich eher die Zahl der Klagen erstaunt hat heute (20 Tausend!)und ich auch der Meinung bin das ein fernseher unter anderem gestellt werden sollte.Bin ja mal gespannt was meine Klage bringt ,sofern die durchkommt . Naja warten wars ab.Warum ich die verklagt habe fragst du dich ? Naja ich fand (find) das bespizelung ne Dreistigkeit ist die nicht tolerierbar ist besonders wenn schon jemand aus meinem näherem Umfeld davon betroffen war und ausserdem das ganze gegen das Grundgesetz verstösst !

  

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Israels Beduinen: Die andere diskriminierte Minderheit

Israels Regierung verteidigt das «natürliche Wachstum» illegaler jüdischer Siedlungen. Den Beduinen im eigenen Land entzieht sie derweil die Lebensgrundlagen.

Die Klinik steht nicht im Kriegsgebiet, sondern in Zarnog, einem Dorf im Süden Israels. In der Nähe braust der Verkehr über die Schnellstrasse von Beer Sheva nach Dimona. Dennoch hat die Klinik, weit herum die einzige, nur dünne Wände, die leicht wieder abzubrechen sind. Den Strom bezieht sie von einem Generator. Zarnog ist eines von 45 Beduinendörfern im Negev, die Israel nie anerkannt hat.

Die Regierung betrachtet feste Einrichtungen in diesen Dörfern als illegal; gegen Beton schickt sie sogleich ihre Bulldozer aus. Das Wohnwagenspital war darum der äusserste Kompromiss, den die Einwohner von Zarnog erreichen konnten. Gemessen an Tel Avivs imposanten Krankenhäusern, sei dies vielleicht ein kleiner Fortschritt, sagt Noha Abu Qweider, eine junge Beduinin, die sich zur Pflegerin ausbilden lässt. «Doch selbst die kleinsten Fortschritte im Gesundheitswesen mussten sich unsere Leute bisher vor Gericht erstreiten.»


Dreimal höhere Kindersterblichkeit

160 000 Beduinen leben heute im Negev. Die Hälfte davon verteilt sich auf die Ortschaften, die Israel von seinen Landkarten verbannt hat. Statt Häusern stehen da nur Zelte oder Wellblechhütten, es gibt keine Schulen und keine gepflasterten Strassen, keine Elektrizität und keine Kanalisation. Nur ein Teil der Einwohner hat fliessendes Wasser, die andern müssen Trinkwasser auf mühseligen Wegen anschleppen. Wasserqualität und Hygiene sind so prekär, dass Durchfall unter Beduinenkindern im Sommer zur Plage wird. Laut einem soeben veröffentlichten Bericht der israelischen Nichtregierungsorganisation «Physicians for Human Rights» existieren für die 80 000 Menschen in den 45 nicht anerkannten Dörfern inzwischen 12 Kliniken und 8 Mutter-Kind-Stationen.

Die Kindersterblichkeit ist hier gut dreimal so hoch wie im übrigen Israel. Doch stehen den Beduinen dreimal weniger Ärzte und Krankenschwestern zur Verfügung als in jüdischen Gemeinden der Umgebung. «Das zeugt von einer krassen Benachteiligung», meint Wasim Abbas, der Autor des Berichts. «Dabei sind wir loyale Bürger Israels; viele unserer Männer leisten freiwillig Militärdienst», ereifert sich Zheya, Nohas Mutter. Atia al-Athameen, Vorsteher von Khasm Zanna, eines anderen nicht anerkannten Dorfes, pflichtet ihr bei. «Den widerrechtlichen Siedlern in der Westbank legt man den roten Teppich aus, uns behandelt man im eigenen Land wie der letzte Dreck.»

«Das eingezäunte Land»

Die Beduinen sind die ursprünglichen Bewohner des Negev. Sie durchwanderten die Wüste auf der Suche nach Weideland für ihre Herden. Freilich hatten sie sich schon vor 1948 in bestimmten Dörfern niedergelassen. Sie hielten sich dabei an ein System von gemeinschaftlichem und individuellem Grundeigentum, das in ihrer Überlieferung sehr genau definiert war. Im Krieg, der auf die Unabhängigkeitserklärung Israels folgte, wurden die meisten Beduinen aus dem Gebiet des neuen Staats vertrieben. Ungefähr 90 000 hatten vor 1948 im Negev gelebt, danach waren es noch 12 000. Diesen gab Israel in den 50er- Jahren zwar die Staatsbürgerschaft - es konzentrierte sie aber in einem fest umrissenen Territorium, «Siyag» genannt, «das eingezäunte Land».

Im Dreieck zwischen Beer Sheva, Arad und Dimona lebten fortan nicht nur die Stämme, die dort immer schon Land besessen hatten, sondern auch all die andern, die zuvor weiter entfernt gesiedelt hatten. Ihr Besitz wurde konfisziert. Im Siyag unterstanden die Beduinen wie alle in Israel verbliebenen Palästinenser von 1948 bis 1966 der Militärgesetzgebung. In den 70er- Jahren baute Israel im Süden sieben Kommunen für die Beduinen. Doch die öden Wohnblocks wirkten auf die Wanderhirten von einst wenig anziehend.

Sie verzeichneten bald Höchstraten an Armut und Kriminalität, in Sachen Budget und Lebensqualität rangieren sie als Schlusslicht unter den israelischen Städten. In den nicht anerkannten Dörfern liess Israels Landbehörde derweil Tausende von Häusern zerstören. «Auch jetzt vergeht kaum eine Woche, dass nicht eine Hütte geräumt, ein fest ummauerter Vorhof niedergerissen, eine Ernte vernichtet wird», konstatiert Yaela Raanan, eine israelische Anthropologin, die den Regionalrat der nicht anerkannten Dörfer (RCUV) nach aussen vertritt. Im Dezember hat eine Expertenkommission der Regierung Vorschläge unterbreitet, wie sie die Probleme lösen könnte. Erstmals gestand ein solches Gremium den Beduinen eine «historische Bindung» an ihr Land zu, packte die Eigentumsfrage an und riet gar, einige der Dörfer anzuerkennen. Doch insgesamt seien das bloss schöne Worte, mit so viel Finten behaftet, dass der RCUV darin eher einen Rückschritt sehe, erklärt Raanan.


Vertrieben vom eigenen Boden

Wie gespannt die Lage ist, zeigt sich im nicht anerkannten Dorf Um al-Hiran. Sein Stamm habe bis 1952 im Wadi Zubale gelebt, erzählt Raed Abu al-Kiyan, Vater von fünf Kindern. Dann habe sie der Militärgouverneur gezwungen, näher an die Grenze zu Jordanien zu ziehen. Man habe ihnen Gewehre gegeben und sie geheissen, dem Schmuggel vorzubeugen. «Doch während der Kibbuz Shoval, der auf unserem Boden entstand, jegliche Infrastruktur erhielt, hausten wir da oben im Grenzgebiet ohne Strom und Telefon.»

Nun planen die Israeli in jener Gegend ein neues Dorf - in der Nähe des jüdischen Orts Meitar. Die Beduinen, die sich seinerzeit auf behördlichen Befehl hin in Um al-Hiran und dessen Zwillingsdorf Atir niedergelassen hatten, werden jetzt beschuldigt, illegal auf Staatsland zu sitzen. 1000 Leute erhielten Räumungsbefehle.

Sie können wenig dagegen tun. Zwar versucht Adalah, die Rechtshilfeorganisation der arabischen Minderheit in Israel, das Prozedere zu stoppen. Doch Morad al-Sana, der Anwalt, der sich der Sache angenommen hat, sieht schwarz. «Der Run auf das Land hält an. Israels Araber mögen dabei nach Gerechtigkeit rufen», sagt der 36-jährige Beduine, «aber die Gesetze im jüdischen Staat stehen nicht auf unserer Seite.»

http://bazonline.ch/ausland/naher-osten-und-afrika/Israels-Beduinen-Die-andere-diskriminierte-Minderheit/story/24698158

1 Kommentar 6.8.09 03:27, kommentieren

HIV-Infizierte in Gettos gesperrt

Kambodschas Regierung schafft Kolonien für HIV-Infizierte in der Hauptstadt. Dort leben sie in unerträglicher Hitze in Metallhütten ohne sauberes fliessendes Wasser.

Die Regierung in Kambodscha steckt HIV -Positive und Aidskranke in «Aids-Kolonien». Allein in der vergangenen Woche mussten zwanzig von HIV und Aids betroffene Familien ihre Häuser verlassen und ins Getto Tuol Sambo am Stadtrand von Phnom Penh ziehen. Dort leben sie nun in unerträglicher Hitze in Metallhütten ohne sauberes fliessendes Wasser.

Menschenrechtsorganisationen sind entsetzt: Die Bedingungen in Tuol Sambo genügten nicht mal den Standards für Notunterkünfte. Die Zustände seien diskriminierend und für Menschen mit geschwächtem Immunsystem lebensgefährlich.

Protestbrief an Premier

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch schickte dem kambodschanischen Premierminister Samdech Hun Sen am Montag einen von mehr als hundert HIV /Aids- und Menschenrechtsorganisationen unterschriebenen Protestbrief. «Die Regierung hat eine Aids-Kolonie geschaffen, in der HIV -Kranke zusammengepfercht werden, weit weg von medizinischen Einrichtungen, Betreuung oder Jobs», sagte Aids-Arbeiterin Shiba Phurailat- pam zu CNN.

Man sei im Begriff, die Zustände zu verbessern, entgegnete der stellvertretende Präsident Mann Chhoeun der «Phnom Penh Post». «Wir versuchen, sauberes Wasser für sie zu finden.»

 http://bazonline.ch/ausland/asien-und-ozeanien/HIVInfizierte-in-Gettos-gesperrt/story/29312671

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