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Terrorismus

Ermittlungsinformationen - Deutschland verlangt von Türkei Aufklärung über V-Mann

Hamburg (ddp). Die deutschen Sicherheitsbehörden verlangen offenbar von der Türkei Aufklärung darüber, ob es beim türkischen Geheimdienst ein Leck gibt. Dies berichtete das Nachrichtenmagazin «Der Spiegel» am Samstag vorab. Ein möglicher V-Mann des türkischen Geheimdienstes soll geheime Ermittlungsinformationen aus Deutschland an islamistische Terrorverdächtige weitergegeben haben. Einer der Angeklagten im Sauerland-Prozess, Attila S., hatte ausgesagt, der untergetauchte Türke Mevlüt K. habe nicht nur der deutschen Gruppe um Fritz G. in Istanbul Zünder für einen geplanten Anschlag übergeben, sondern schon früh in Kontakt mit dem türkischen Geheimdienst gestanden.

In zwei Fällen sei K. während eines Vorbereitungstreffens für etwa eine Stunde verschwunden und habe nach seiner Rückkehr offenkundige Insider-Informationen präsentiert. K. habe unter anderem die Namen von mehreren Personen aus dem Umfeld von S. und G., dem Kopf der Sauerlandgruppe, gewusst, die in einem an die türkischen Behörden übermittelten vertraulichen Dossier des Bundeskriminalamts gestanden hatten. Zur Erklärung habe er dem verblüfften S. gesagt, er habe «Bekannte» im türkischen Sicherheitsapparat, die ihn unterstützten, berichtet der «Spiegel».

Der türkische Geheimdienst hat nach Informationen des Nachrichtenmagazins gegenüber den deutschen Behörden mittlerweile informell eingeräumt, K. sei tatsächlich als Informant geführt worden, allerdings nicht mehr zum Zeitpunkt der Zünderbeschaffung.

(ddp)

http://www.ad-hoc-news.de/ermittlungsinformationen-deutschland-verlangt-von-tuerkei--/de/Politik/20398526

7.8.09 01:07, kommentieren